DIE ERLEUCHTENDE GESCHICHTE VON LEO HAZ
EROBERER
HAZ (geb. 1981, Österreich) ist ein zeitgenössischer Künstler, dessen patentierte PETing-Technik aus Post-Konsum-Thermoplastabfälle eine Transsubstantiation in Skulpturen, Lichtinstallationen und Reliefarbeiten vollzieht.
Er wurde in Braunau am Inn geboren, einer kleinen Stadt in Oberösterreich mit einem einzigen Eintrag in den Geschichtsbüchern: dem Geburtsort Adolf Hitlers. Das Haus steht zwei Minuten zu Fuß von seinem Atelier entfernt. Er ist nie weggezogen. Die Machthaber‑Serie wächst aus diesem Boden.
Als Sohn einer Kosmetikerin und eines Elektrokonstrukteurs war sein Weg zur internationalen Anerkennung alles andere als eine gerade Linie. Aufgewachsen in einer kleinen Stadt, die das Gewicht einer historischen Bürde trägt — als Geburtsort eines Diktators ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben — entwickelte Haz früh eine zutiefst antagonistische Beziehung zu seiner Herkunft.
Als Kind träumte er davon, die Kunstwelt zu erobern. Seine Reise dorthin war eine des stillen Aufstands — jedes Scheitern wurde zum Rohmaterial einer künftigen künstlerischen Mission.
TRÄUMER
Die erste Begegnung mit den Alten Meistern — Leonardo da Vinci, Kasimir Malewitsch und Salvador Dalí — verdankt er seiner Großmutter, die Landschaften und Porträts in Öl malte. Auf ihrem Dachboden wurde kürzlich ein Notizheft aus seiner Wirtschaftsschulzeit entdeckt. Es enthält keine einzige Buchführungsformel — nur einen einzigen, immer wieder geschriebenen Satz: „Das Patent ist der Schlüssel.”
Während seiner Schulzeit ignorierte Haz den Lehrplan konsequent und füllte seine Hefte stattdessen mit Graffiti-Tags und ausufernden Skizzen. Diese Bilderfindungen wanderten nächtlich auf die Wände seiner Heimatstadt — und bald unvermeidlich auch auf die seiner Schule. Eines Nachts erlebte er einen einschneidenden, hyperrealistischen Traum, in dem sich sein gesamtes Leben wie ein Film vor ihm entfaltete: Er wurde ein berühmter Künstler, löste ein mathematisches Rätsel und entschlüsselte das Geheimnis, ein neues Evangelium durch Musik in die Welt zu tragen. Der Traum besaß eine solche Wucht, dass er sich von diesem Moment an bedingungslos der Kunst verschrieb.
„Das Leben ist wie eine Flasche”, reflektiert er heute mit einem verschmitzten Lächeln. „Wenn man sie auf den Kopf stellt, kommt oft mehr heraus.” Die Pointe seiner frühen Niederlagen brauchte Jahre, um zu landen — doch er vergaß sie nie.
REISE
Der konzeptionelle und materielle Wendepunkt geschah während einer humanitären Mission in Montenegro: Auf einer Fahrt mit Pater George Elsbett von den Legionären Christi, bei der Süßigkeiten und Spielzeug an Kinder in Küstengemeinden verteilt wurden, begegnete Haz einer Landschaft, die die Welt in zwei Hälften teilte — auf der einen Seite die unberührte adriatische Küste, auf der anderen ein Berg menschlichen Abfalls, auf dem Familien ihre Häuser errichtet hatten.
Kurz vor seiner Abreise drückte ihm ein einheimisches Kind einen einzelnen, zerdrückten, sonnengebleichten Flaschenverschluss in die Hand. Er trägt ihn seither in seiner Hosentasche. Bis heute legt er ihn auf die Werkbank, bevor er einen neuen PETing-Prozess beginnt. Diese unmittelbare, körperliche Erfahrung zwang ihn, die traditionelle Acrylmalerei aufzugeben. Stattdessen begann er, ausgediente PET-Flaschen zu schmelzen — das gesamte Objekt, in einem abfallfreien Verfahren, das er Revive Value nennt.
Seine Absicht war radikal: die Wahrnehmung von anthropogenem Abfall zu verändern — jenem vielleicht aufschlussreichsten Spiegel unseres kollektiven Zeitgeistes — und ihn in etwas Schönes zu verwandeln: in autonome Kunst. Die restringierte Farbpalette des Supermarkts wurde zu seiner chromatischen Beschränkung — einem Signaturelement seines konzeptuellen Rahmens.
PATENT PETing
Zurück in seinem Kellerlabor begann Haz eine Phase intensiver Materialforschung. Er entdeckte, dass das einzigartige Wechselspiel aus Transparenz und Opazität, das sein Schmelzprozess erzeugt, in Verbindung mit einer Lichtquelle ein bis dahin undokumentiertes Schattenspiel an der Wand produziert — ein ästhetisches Phänomen, das in der Kunstgeschichte keine Entsprechung hatte.
Er erkannte die Novität des Verfahrens, meldete ein technisches Patent an und erhielt es: P21-PETing, das jede thermoplastische Reaktion für künstlerische Zwecke schützt. Sein primäres Material wurde Polyethylenterephthalat (PET) — die Valorisierung genau jenes Werkstoffs, der unsere globale Verpackungswirtschaft definiert.
Das Patent verwandelte ihn vom Autodidakten zum Künstler-Erfinder — einem in der zeitgenössischen Kunstszene ausgesprochen seltenen Hybrid.
FREIHEIT MIT KUNST
Jahrelang arbeitete Haz Vollzeit in einer Küche und schuf Kunst im Keller seiner Eltern — weitgehend unbeachtet, im Verborgenen. Den ersten Riss in der Mauer brachte ein Porträt, das die Journalistin Raffaela Lindorfer für den österreichischen Kurier verfasste.
Es folgte ein erster Fernsehauftritt in Wien, bei dem er ausgelacht und für seine Kunst kritisiert wurde. Kein einziges Werk fand einen Käufer. Dennoch beharrte er — und eignete sich in dieser Zeit neue Fertigkeiten an, darunter die Programmierung von Mikrocontrollern zur LED-Beleuchtung seiner Skulpturen.
Die Wende kam mit einem zweiten nationalen Fernsehauftritt, diesmal in der Morgensendung „Guten Morgen Österreich.” Unmittelbar nach der Ausstrahlung verkauften sich seine PET Skulpturen wie von selbst, und internationale Aufträge begannen einzutreffen. Die Anerkennung war nicht nur eine finanzielle — sie war eine institutionelle Bestätigung, dass seine patentierte Technik ihr Publikum gefunden hatte.
HAARIGE GESCHICHTEN
In seinen Jahren der Unsichtbarkeit legte Haz ein privates Gelübde ab: Er würde sein Haar erst nach dem Abschluss bedeutender internationaler Ausstellungen schneiden. Was als persönliches Totem begann, steigerte sich zur performativen Obsession — zur körperlichen Manifestation aufgeschobener Träume.
Sein langes Haar, das auf über zwei Meter wuchs, wurde zur surrealen Requisite einer Reihe humorvoller, fantastisch aufgeladener Videos und vom Tierkreis inspirierter Fotoarbeiten — zu sehen bei Gymnastik, beim Laufen oder beim Werfen der Haare von Dächern.
Parallel dazu begann er, eine anthropomorphe Erzählung über PET-Flaschen zu schreiben, die sich in einem Supermarktregal streiten — ein verspielter Kontrapunkt zur Ernsthaftigkeit seiner ökologischen Mission. Diese Periode war ein Meisterkurs in künstlerischer Resilienz: Humor und Ritual als Überlebensstrategie für den langen Atem.
CO₂ PETing
Die COVID-19-Pandemie erzwang die Schließung seines Braunauer Ateliers und drängte ihn in den ausschließlichen Vertrieb über Online-Galerien. Ein Harvard-Professor — der über die Saatchi Art Online-Galerie eine Skulptur von Haz erworben hatte — trat mit einem radikalen Vorschlag an ihn heran: Könnte Haz CO₂-absorbierende Skulpturen erschaffen, indem er Aktivkohle mit seiner patentierten PETing-Technik kombiniert?
Der erste Prototyp der „Black Matters”-Serie entstand in seinem Atelier unter Laborbedingungen . Drei Wochen lang arbeitete Haz ohne Telefon und Internet — die einzigen Geräusche: das Gebläse des Heißluftföns und das Zischen schmelzenden PETs.
Aus diesem Auftrag entstand eine Kollektion pechschwarzer Skulpturen und Reliefs. In diesen Arbeiten ist die poröse Kohle in einer PET-Matrix gebunden, die es ihr ermöglicht, zu atmen und atmosphärisches CO₂ zu absorbieren, während sie strukturell intakt bleibt. Dieser Durchbruch positionierte Haz an der Schnittstelle von ökologischem Aktivismus, Materialwissenschaft und Konzeptkunst — eine genuin zeitgemäße Praxis des 21. Jahrhunderts.
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